3000km in einer Woche mit einem Tesla Model S

25.04.2015

3000,7km um genau zu sein waren es die ich mit meiner Freundin und einem Tesla Model S in einer Woche zurückgelegt haben. die Reise war im Zuge einer Dienstreise meinerseits, meine Freundin hat sich dafür Urlaub genommen und so bestritten wir zu 2t den Weg nach Deutschland.

um 7 Uhr ging es los

Die Reichweite des Tesla Model S zeigte 391km an, eine Zahl die ich bei meinem i-MiEV leider nie zu Gesicht bekommen werde, aber gut, der Tesla hat auch mehr als die 5 fache Menge an Kapazität dabei (85kWh), da kann man das leicht bewerkstelligen, das Fahren mit einem Tesla ist ein ganz anderes Gefühl, obwohl technisch kein Unterschied zu einem anderen E-Auto besteht, man fühlt sich in einem Tesla gleich wohl, auch wenn die Reichweite nicht immer benötigt wird, der Blick auf die Reichweitenanzeige fällt diesmal weg.
wie bei jedem anderen Fahrzeug, ganz egal mit welchem Antrieb ist die Reichweitenanzeige nur eine Schätzung die je nach Fahrweiße stark variieren kann, nicht so beim Tesla, nach einer Strecke vom 327,8km zum Tesla Supercharger (hier wird das Auto innerhalb vom 30 min mit 135kW zu 80% geladen) hatte ich noch 64km Reichweite, um ganze 0,8km hatte sich der Bordcomputer "verrechnet"

der Akku ist zu schnell voll.

kaum am Supercharger angesteckt, und die Pausenbrote ausgepackt, stand auch schon wieder 126km auf dem Tacho, der nächste Supercharger in Regensburg ist 77km entfernt, das reicht.

Immer diese Falschparker

also manchmal nervt es schon, dass man einige Ladestationen nicht immer gleich als solche erkennt ist mir klar, aber die Tesla Supercharger sind mehr als auffällig, das muss dann nur noch mit Absicht sein, oder es ist einem einfach Egal 3 Stalls des Superchargers sind von Verbrenner blockiert, laden konnte ich jedoch und wir gingen in das Restaurant auf einen kurzen Kaffee, bis wir uns wieder auf den Weg machten.

Eine schöne aber nicht ganz so erfreuliche Überraschung

erlebte ich am nächsten Supercharger in Leipzig, jedem E-Enthusiasten schlägt hier das Herz höher, so auch mir, aber da ich ja heute noch in Berlin ankommen möchte war mir hier leicht unwohl, da alle Stalls besetzt waren, Es wurde nämlich die Eröffnung des Superchargers gefeiert.

Die leicht verwunderten Blicke einiger Teslafahrer ließen mich etwas stutzig werden, als der Organisator zu mir kam und mich lobte da ich nur für die Eröffnung des Superchargers eine so lange Reise auf mich genommen habe, musste ich ihm leider Wiedersprechen, "Nein, ich bin auf der Durchreise", der Veranstalter erkannte sofort mein "Problem" und ließ mit den Worten "Macht einen Stall frei, der ist nur zufällig hier und braucht Strom" einen Supercharger freimachen.

jedenfalls war die Ladeweils recht Interessant, so konnten wir die verschiedensten E-Autos unteranderem Renault ZOE, VW Citystromer, und mein altes E-Auto einen Tazzari Zero uvm. begutachten, aber alles hat ein Ende, und unseres war mit dem schon langsam vollwerdenden Akku des Teslas.

Einchecken und Einstecken

nun ging es weiter nach Berlin zum NH Hotel, wo ich bei der Buchung schon angegeben habe das ich mit einem Elektroauto komme, das erfreuliche war, sie haben sogar 2Ladestationen, wovon eine von einem Nissan Leaf benutzt wurde, nebenbei Stand auch noch ein E-Tuk Tuk.

mit 11kw konnte der Tesla hier schon die Akkus für den Nächsten Tag aufladen, das hat er sich auch nach 920,6km verdient. auch wir sind von der Langen Fahrt geschlaucht und freuen uns jetzt schon auf unser Zimmer.

2 Servicetermine in Berlin

In Berlin sprießen die Ladstationen nur so aus dem Boden, im Vergleich zu Österreich ein richtiges Schlaraffenland, so ging es dann gleich weiter nach Wolfsburg.

Berlin - Wolfsburg, ein Katzensprung entfernt

jedenfalls für einen Tesla ein kleiner Zwischenstopp zum Aufladen unserer Batterien muss sein, mit dem Tesla wäre es sich ohne Probleme ausgegangen, aber fürsorgliche wie man aus Elektroautofahrer ist wird keine Pause ungenutzt gelassen, so wird auch hier eine Ladestation für das Auto gesucht, das Ergebnis lässt sich sehen, 242km Restreichweite bei Ankunft in der Autostadt. hier musste nur ein eine Ladestation Hardwareseitig aktualisiert werden, dann ging es weiter zum Hotel in Detmold, leider hat das Hotel keine Stromversorgung, daher noch mal schnell 20 min zu einem Supercharger.

Zum Glück habe ich nächsten Tag den Service Termin erst am Nachmittag, so haben wir die Möglichkeit in Detmold einen guten Freund von mir Ursin Wieneke von Lautlos durch Deutschland zu besuchen, und mit Ihm ein wenig Sightseeing zu machen, währenddessen kann auch mein Tesla noch ein Wenig Strom zapfen.

Ab nach Bonn und ein Zwischenstopp beim bekanntesten Bäcker unter den E-Mobilisten

Wer bei Hilden vorbeifährt, dem ist ein Besuch beim Bäcker Schüren empfohlen, unter den E-Mobilisten sehr bekannt für seinen Einsatz in der E-Mobilität.

Seine Backstube wird von der Sonne über Photovoltaik gespießt, alle seine Auslieferfahrzeuge sind elektrisch, und er bietet einen Schnelllader, den er für seine eigenen Fahrzeuge verwendet und in den leerzeiten für Gäste zur Verfügung stellt. sowie noch einige Typ 2 Ladestationen

560km/h hier springt die Klima an

Nein, so schnell bin ich natürlich nicht gefahren, ginge auch nicht da der Tesla bei 250km/h elektronisch abgeregelt ist, aber die Ladegeschwindigkeit an einem Supercharger ist so schnell, das ist mein bisheriger Rekord, etwas Schnelleres habe ich noch bei keinem Supercharger erlebt, auch für den Tesla war es anscheinend auf Anhieb etwas zu viel, es kam die Meldung "Fahrzeugsysteme werden gekühlt, reduzierte Leistung der Klimaanlage"

Laden am Campingplatz in Bonn

Nein, mir ist nicht das Geld ausgegangen um mir ein Hotel zu nehmen, aber bei der Suche nach einem Hotel in Bonn bin ich auf das BaseCamp gestoßen, jeder der gerne mal was Ausgefallenes erleben möchte sollte hier eine Nacht buchen, dies ist ein Riesengroßer überdachter Campingplatz, wo jeder Wohnwagen ein eigenes Thema ist. wer nicht gerade auf Zimmerservice und einer eigenen Dusche besteht, sondern auch gerne mal Campen geht, für den ist das genau das richtige, auch Strom (wie auf jedem Campingplatz üblich) war kein Problem.

Schlechter Start in den nächsten Tag

denn es regnete auf der Fahrt nach Darmstadt, zum Servicetermin und dann auf der Strecke noch einmal schnell am Supercharger geladen um nach Günzburg zu kommen hier wurde mit der 11kW Ladestation beim Legoland geladen, leider gab es hier keine Ladeweile, daher mussten wir für 4h das Legoland besuchen ;)

Für die nächste Etappe reichte mir die Reichweite von 217km um auch den freien Tag in München das Sealife zu besuchen, danach ein kleiner 15min Zwischenstopp um nach Anif zum Kaiserhof, unser nächstes Hotel zu kommen, Richard Absenger, ist unter den E-Mobilisten, ganz besonders unter den Teslafahrern bekannt, denn sein Hotel hat einen eigenen Supercharger, den ich von meinem Hotelzimmer aus auch beobachten konnte wie er sich innerhalb von Minuten füllte.

999km Reichweite und Rekuperation

erwartet mich bei der Reise von Anif nach Gmünd zu meinem nächsten und letzten Einsatz, hier wird die größte Vorteil der E-Mobilität gezeigt, die Rekuperation, hierbei wird der E-Motor zum Generator und bei der Verzögerung die "Bremsenergie" in die Akkus gespeist, der Tesla schätzt die Reichweite auf 999km und sagt ich verbrauche gerade -85Wh/km, also ich Produziere pro km Strom, bei einem konventionellen Antrieb wird diese Energie in wärme umgewandelt und bringt dem Fahrer leider nichts.

Endlich in Gmünd angekommen ging es mit 2 kurzen Ladestopps nach Hause, zuhause mit einer Restreichweite von 27km angekommen.
nach 3.000,7km in 5 Tagen haben wir und das Auto uns die Pause wirklich verdient.

Tour-Report:

für die Strecke von 3000,07km habe ich 581kWh verbraucht, das ergibt einen Durchschnitt von 19kWh/100km oder besser gesagt ca. 60l Benzin.